Digitaler Unabhängigkeitstag 2
Heute ist der 2. Digitale Unabhängigkeitstag. Weiter geht's!
Bye, Bye Gmail
Letzten Monat habe ich mir das Ziel gesetzt unabhängiger von meiner Gmail-Adresse zu werden. Dazu muss ich erst mal alle Accounts und Zugänge auf eine Mailadresse ändern, die auf eine meiner Domains läuft. Ich schätze, dass werden zwischen 250 und 300 Zugänge sein. Ich speichere alle meine Accounts in einem Passwortmanager und habe einen guten Überblick, kann nach und nach alles abarbeiten.
Als zusätzliche Strategie hat sich bewährt einmal täglich in mein Gmail-Postfach zu schauen und alles was irgendwie nach Newsletter oder Benachrichtigungsmail aussieht entweder abzubestellen, die hinterlegte Mailadresse zu ändern oder den Zugang gleich ganz zu löschen.
Das ist Handarbeit und zieht sich, aber es geht Schritt für Schritt voran. Eine Fortschrittsbalkengrafik motiviert zusätzlich!
Bye, Bye Wordpress, Hello Kirby!
Die zweite Unabhängigkeitsbewegung kam etwas überraschend. Ich bin mit WordPress als CMS für mein Blog schon ein paar Jahre unzufrieden. Das ehemalige Blogging-Tool hat sich immer mehr aufgebläht um Funktionen, die ich eigentlich nicht brauche. Ich habe Plugins angesammelt, die Plugins haben die Datenbank und das Filesystem vollgemüllt und es wurde alles immer größer und unübersichtlicher. Am Ende ist mein WordPress-Ordner 23 GB groß. Dazu kommt eine DB mit 135 MB. Daten aus 15 Jahren Bloggen. WordPress ist zwar Open-Source und da wird jetzt nicht jemand zentral den Ausknopf drücken können, aber eine gewisse Abhängigkeit von der kommerziellen US-Plattform WordPress.org besteht bestimmt.

Ich schaue schon seit mehreren Jahren nach CMS Alternativen. Kirby war dabei immer einer meiner Favoriten, spätestens seitdem Felix wieder angefangen hat damit zu bloggen. Kirby kommt aus Deutschland und ist Flatfile. D.h. die Inhalte werden nicht einer Datenbank gespeichert, sondern jeder Blogpost ist einfach eine Markdown-Datei in einem Ordner. Die Bilder zu jedem Post liegen im selben Ordner. Das macht alles viel transparenter, übersichtlicher, schlanker, leichter zu backuppen und es kommt mir entgegen, weil ich seit einiger Zeit meine Posts sowieso schon in Obsidian als Markdown schreibe.

Win-Win auf allen Ebenen, abgeschreckt hat mich bisher immer der Aufwand für den Umzug. Das schien mir schwer zu stemmen.
Dann hab ich Gregor Schmalzried im KI Podcast von Claude Code schwärmen hören und vor einer Woche spontan angefangen Claude Code zu fragen, wie ich mein Blog auf Kirby umstellen könnte. Dann jeden Abend 1-2 Stunden KI-Sparring, Test-Importe und jetzt schreibe ich auch schon meinen ersten Blogpost in Kirby, der gesamte CMS Ordner hat nur 2.4 GB und eine Datenbank braucht es auch nicht mehr. Verrückt.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare.
Kommentar schreiben